Er war immer „way out“ Der Klarinettist Pee Wee Russell

Pee Wee Russell (19061969) war ein Unikum unter den Jazz-Klarinettisten. Seine ersten Schritte machte er im Chicago-Jazz der 1920er Jahre, aber für sich selbst lehnte er den Begriff „Chicago-Jazz“ immer ab. Schließlich war er doch im Bundesstaat Missouri geboren.

Mit Hans-Jürgen Schaal

Pee Wee Russell vermischte auf eine fast kauzige Art die verschiedenen Jazz-Schulen und entwickelte seine ganz eigene, ziemlich unberechenbare, irgendwie labyrinthische Improvisationsweise. Dem Mainstream der Swing-Ära passte er sich nie an, sondern behielt in seinem Spiel etwas Urwüchsiges, Schräges und Exzentrisches, das an die wilden Anfänge des Jazz erinnert. Die Kritiker verliehen ihm den Ehrennamen „James Joyce der Klarinette“. Vollends für Verwirrung sorgte Pee Wee Russell in den 1960er Jahren. Er, der „Traditionalist“, wandte sich damals sogar der Avantgarde zu und adaptierte auf seine Weise Stücke von Ornette ColemanJohn Coltrane und Thelonious Monk.


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© WDR 3, Jazz & World, 15.1.2018

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