Ensemble Modern im Konzert: Alva Noto – In der Gegenwart von Klang

Das Ensemble Modern mit Alva Notos „Xerrox Vol. 4“ online bei den „Frankfurter Positionen“.

Er hasse Kategorien, hat Carsten Nicolai einmal gesagt. Genrebegriffe wie „Ambient“ und „Minimal Techno“ dürften ihn insofern wenig erfreuen – zugeschrieben dem klangbildnerischen Werk, das der crossmedial arbeitende Künstler seit Mitte der neunziger Jahre unter dem Namen Alva Noto veröffentlicht.

Nicolai lebt in Berlin und lehrt als Professor an der Kunsthochschule in Dresden mit Schwerpunkt digitale und zeitbasierte Medien. Mit Blick auf seine elektroakustischen Texturen lässt sich vielleicht besser schlicht von „organisiertem Klang“ sprechen, allerdings mit anderen Mitteln als einst bei Edgar Varèse oder Bruno Maderna.

Die Musik auf dem 2020 veröffentlichten Album „Xerrox Vol. 4“ hat eine entschieden dichtere Textur, als es von dem Maximalreduktionisten sonst geläufig ist. Für die im Zuge des Festivals „Frankfurter Positionen“ nun online uraufgeführte, von Max Knoth arrangierte Version für das Ensemble Modern wurde die Titelfolge geringfügig umgestellt und erweitert. 

Ungeheuer schön das alles, auch in seinen düsteren Zügen. Weniger Wohlmeinende mögen von einer Wohlfühlästhetik in Ton und Bild sprechen. Ich tue das nicht, ich bin äußerst fasziniert vom Werk Carsten Nicolais, das sich in seiner Kontinuität fortwährend weiterentwickelt.

© Frankfurter Rundschau, Kultur, Musik, 20.4.2021

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