Ennio Morricone ist der große alte Mann der Filmmusik und lebt bis heute in Rom. Nach Hollywood wollte er nie ziehen, auch weil er kein Englisch kann. Ein Gespräch über die Lust an der Avantgarde, störrische Regisseure und die guten Ohren seiner Frau.

Interview: Christoph Dallach

Wer den 87-jährigen Ennio Morricone befragen möchte, sollte ihn mit „Maestro“ ansprechen. „Small-Talk-Fragen“, sein Privatleben und „alles Banale“ sind tabu. Morricones Filmmusiken für Sergio Leone, für „Spiel mir das Lied vom Tod“, „Zwei glorreiche Halunken“ oder „Es war einmal in Amerika“, haben ihn zwar weltberühmt gemacht, aber er will keinesfalls darauf reduziert werden – immerhin schrieb er mehr als 500 andere Filmmusiken. Morricone hat bereits einen Oscar für sein Lebenswerk bekommen, in diesem Frühjahr folgte ein zweiter für die Musik zu Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“. Er empfängt uns in seiner römischen Wohnung, um Werbung für sein Best-of-Album „60 Years of Music“ zu machen. Klein und streitlustig sitzt er auf einem gewaltigen Sofa in einem abgedunkelten Zimmer und lauert auf falsche Fragen.

Ja. Stille ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Musik. Musik ist ein Zusammenspiel von Tönen und Stille. Eigentlich ist alles bloß Stille, die wir manchmal mit Wörtern und Musik stören.

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© DIE ZEIT Nr. 43/2016, 13. Oktober 2016

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