Nach hören …

Ihre Interpretationen werden gefeiert, ihre Eigenwilligkeiten gefürchtet, ihre Meinungen heiß diskutiert: Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und der Dirigent Teodor Currentzis. In Köln machten sie vor, was musikalische Klasse ist.

Patricia Kopatchinskaja sorgte anfangs allein durch die Tatsache für Furore, dass sie grundsätzlich barfuß spielt. Inzwischen wird bemerkt, dass sie noch weitaus verstörendere Dinge tut: zum Beispiel mit klarem Blick und unbestechlichem Scharfsinn die Auswüchse der klassischen Musikszene kritisieren. Was auch Teodor Currentzis tut. Beide lassen ihren Worten Taten folgen: Kopatchinskaja, indem sie ihre Popularität konsequent nutzt, um den großen Veranstaltern auch sperrige Programme aufzudrängen; und Teodor Currentzis, indem er sich im fernen Perm mit gleichgesinnten Musikerinnen und Musikern eine musikalische Gegenwelt aufgebaut hat. Beim Konzert in Köln zeigten die beiden, wie ernst sie die Musik nehmen: Man erlebte bei ihnen eine totale Hingabe an die Musik.

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre Nr. 3 C-dur, op. 72 „Leonore“

Alban Berg
Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“

Dmitrij Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 15 A-dur, op. 141

Patricia Kopatchinskaja, Violine; SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Leitung: Teodor Currentzis

Aufnahme vom 30. Mai 2016 aus der Kölner Philharmonie

Redaktion: Wibke Gerking

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.