Wer kennt das nicht? Gerade war alles noch in Ordnung, dann ein Blick, ein Wort, ein Satz und die Beziehung gerät ins Wanken, mit dem Liebsten, dem Kind, mit Freunden oder Kollegen. Was nährt Verbindung und Verstehen? Wodurch fühlen sich Menschen verletzt und einsam?

Von Barbara Leitner

Diese Fragen bewegten den amerikanischen Psychologen Marshall Rosenberg.

In den 1970er-Jahren entwickelte er sein Modell der Gewaltfreien Kommunikation als eine Sprache der Verbindung. Dabei geht es darum, sich aufrichtig mitzuteilen und einander wirklich zuzuhören. Beide Seiten sollen Konflikte lösen, ohne dass es Gewinner und Verlierer gibt.

Vor 30 Jahren kam dieser Ansatz in den deutschsprachigen Raum und er verbreitet sich hier seitdem, wie nirgendwo sonst auf der Welt. Heute gilt „die GFK“ als einer der meistgenutzten Trainingsansätze. Mindestens eine Million Menschen in Deutschland sind mit dieser Art der verbindlichen, empathischen Kommunikation vertraut und übten, diese Sprache des Herzens zu sprechen.

Aus einer Friedenssehnsucht heraus

Am Anfang stand ein dünnes Heft  „Nonviolent Communication“. Ein Mitglied einer Gruppe friedensbewegte Frauen „Religionen für den Frieden“ um Isolde Teschner aus München, der späteren Nestorin der Gewaltfreien Kommunikation in Deutschland, hatte in den 80er Jahren diese Broschüre von  einer Reise in die USA mitgebracht. Die Frauen wollten vor allem Kinder im Geiste des Friedens bilden und erziehen und suchten nach geeigneter Literatur zu dem Thema. Dabei stießen sie  zufällig auf Marshall Rosenberg und seine Methode der Gewaltfreien Kommunikation. Sie begannen den Ansatz zu studieren und luden Marshall Rosenberg nach Deutschland ein. Dadurch wurde die Gewaltfreie Kommunikation nach und nach in Deutschland bekannt und populär.

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© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 27.5.2017

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