Vor Mail, WhatsApp und Twitter war das Telegramm. Es war lange Zeit die schnellste Art, weltweit zu kommunizieren. In knappen Zeilen wurde Weltgeschichte wie auch Privates übermittelt – der Kriegsausbruch, die Ankunft am Bahnhof, die Liebe.

Von Godehard Weyerer Regie: Rita Höhne

„Ankomme Freitag stopp. 15 Uhr stopp Helmut.“ Im Telegramm wurde so gut wie alles angezeigt. Teuer waren Telegramme in jedem Fall: 1866 kosteten 20 Wörter, die zwischen Europa und Amerika hin- und hergeschickt wurden, 400 Mark – ein kleines Vermögen. Acht Jahre zuvor war das erste Transatlanikkabel auf dem Meeresboden verlegt worden.

Die Nachricht eilte ab dann der Ware voraus: Das machten Börsen- und Warenterminspekulationen möglich. Kein Fortschritt ohne Temposteigerung. Depeschen und Funksprüche markierten da einen Meilenstein in der Beschleunigungsgeschichte der menschlichen Zivilisation.

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2017/07/29/das_war_der_tag_28072017_komplette_sendung_dlf_20170729_2310_be3766a2.mp3

Manuskript PDF

Produktion dieser Langen Nacht
Autor: Godehard Weyerer, Regie: Rita Höhne, Redaktion: Dr. Monika Künzel, Webproduktion: Jörg Stroisch

Über den Autor:
Godehard Weyerer hat bis 1986 an der Ludwig-Maximilians-Universität München Geschichte, Deutsch und Politologie studiert. Als freier Journalist und Autor arbeitet er unter anderem für den Deutschlandfunk und ARD-Hörfunkanstalten, für „Die Zeit“, „Süddeutsche Zeitung und „Frankfurter Rundschau“.

© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 29.7.2017

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