Ein Klima der Kontemplation – Begegnungen mit dem Produzenten Manfred Eicher // Von Karl Lippegaus

Manfred Eicher wurde 1943 in Lindau am Bodensee geboren und die frühen Erlebnisse von Zusammenspiel aus Licht, Wasser und Klängen wurden ebenso prägend für sein künstlerisches Empfinden wie das Musikstudium in Berlin oder die vielen Kinobesuche. So inspirierend wie die Arbeit als Bassist sowohl mit Orchestern als auch mit Freidenkern wie Marion Brown und Leo Smith. Worauf Eicher ziemlich bald den Platz vor dem Mikrofon gegen den dahinter eintauschte und ein Plattenlabel gründete.

Mit Karl Lippegaus

Was Eicher anstrebte war, den Jazz kleiner Ensembles mit der klanglichen Differenziertheit eines Streichquartetts aufzunehmen. Der Erfolg, allen voran mit dem „Köln Concert“ von Keith Jarrett 1975, ergab die Möglichkeiten, seine vielen Interessen als Klangregisseur zu bündeln. Eicher ist einer der wenigen echten Klangkunstregisseure im Jazz; jemand, der nicht nur eine Aufnahme aus der Regie „beaufsichtigt“, sondern sie wie ein Autorenfilmer lenkt. Immer wieder zum Produzenten des Jahres in Fachmagazinen wie ‚Downbeat‘ gewählt, hat Eicher, der in New York, Oslo, Udine, Lugano und Pernes-les-Fontaines seit bald einem halben Jahrhundert 60 bis70 Alben pro Jahr produziert, sein vorwiegend der Instrumentalmusik gewidmetes Plattenlabel an allen spannenden Entwicklungen in der imrovisierten und notierten Musik unserer und früherer Zeiten teilhaben lassen.
Karl Lippegaus hat den Produzenten während der Arbeit im Studio La Buissonne in der Provence besucht.


© NDRInfo, Jazz Spezial, 17.11.2017

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