In den Zeiten von Covid-19 ist vieles einfach nicht erklärbar. Da fährt eine Band mit dem Zug von Paris nach Leipzig für 1 Konzert. Davor wurden sie noch auf Covid-19 getestet und während der Fahrt erfuhren sie die Ergebnisse.

Konzert Leipzig 19.9.2020

Sie haben seit einem Jahr nicht mehr zusammen gespielt oder geprobt. 12 Stunden Fahrt, eine Probe und dann ein Konzert. Man spürte die Anspannung. Vieles wird im Konzert mittels Augenkontakt und großen Gesten „dirigiert“. Eine erste Begegnung für viele von uns. Edward Perraud erlebte ich zum ersten mal, genau wie Arnault Cuisinier und Bart Maris. Benoit Delbecq und Daniel Erdmann gehören da schon zu den vertrauteren Musikern.

Allein schon Edward am Schlagzeug zu beobachten ist ein Vergnügen. Er ist so untypisch. Er benutzt liebend gern kleine Glocken, den Bogen um diese zum schwingen zu bringen und seine „Stöcke“ haben eher die größe von Eßstäbchen. Er liebt große Gesten und das variieren der Dynamik ist ein wesentliches Stilmittel.
Zur großen Überraschung zählte für mich der Trompeter Bart Maris. Tolle Technik gepaart mit variantenreichen und ausdrucksstarken Spiel. Der auch mit Daniel Erdmann sehr gut harmonierte und was ein große Qualität der Musik von Synaesthetik Trip ist.

Bart Maris erzählte, dass er in Gent (Belgien) wohnt, nahe am Hafen. Er fuhr während des Shut-downs nachts oft ans Meer mit seiner Trompete, um dort zu spielen. Diese Situation führt uns alle an unsere Grenzen. Er erzählte auch von einer Bekannten die in einem professionellen Chor singt und defacto arbeitslos ist, weil ein Chor gar nicht mehr auftreten kann. Oder nur in einer kleinen Besetzung.
Edward Perraud macht aus seiner Faszination für klassische Musik keinen Hehl.
Bach ist eine grosse Inspiration für alle Musiker. Auch er liebt ihn über alles. Man kann das hören. Überhaupt war er sehr erfreut zu hören, wie wir das Konzert fanden: voller Esprit, Witz und Leichtigkeit. Zwar war nicht alles auf den Punkt, aber dafür stimmte die Energie. Als er dann noch erfuhr, dass wir aus Zwickau kommen, der Heimatstadt von Robert Schumann, war er voller Begeisterung für dessen Musik. Er hatte sich jüngst die Briefwechsel von Robert und Clara gekauft und war ganz hingerissen. Vielleicht hören wir demnächst mehr Schumann als Bach in seiner Musik. © Text: KoSe

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.