„Diva der Exzesse“ Der Sängerin Nina Simone zum Geburtstag Mit Karl Lippegaus

Das Wort Jazz mochte sie nicht und plädierte lieber für Black Classical Music. Rassismus verwehrte der 2003 verstorbenen Künstlerin, die sich Nina Simone nannte, eine Karriere als klassische Konzertpianistin. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, war sie in Jazzclubs aufgetreten. Wenn sie Songs von Kurt Weill oder Jacques Brel sang, klangen sie wie für sie geschrieben.

Mit Karl Lippegaus

Als sechstes von acht Kindern war Eunice Wayman in North Carolina am 21.Februar 1933 zur Welt gekommen. Mit sechs Jahren spielte sie schon Klavier in lokalen Kirchen. Ihr Talent empfand sie als eine große Gabe, den Ruf als Wunderkind aber auch als schwere Bürde. Die Mutter setzte alles daran, aus ihr eine klassische Interpretin zu machen. Anderthalb Jahre studierte sie in New York an der Juilliard School, bevor sie am Curtis Institute in Philadelphia zu weiteren Studien nicht zugelassen wurde. Unter dem Pseudonym Nina Simonespielte sie Teufelsmusik in den Nachtclubs von Atlantic City und hatte 1958 ihren ersten Hit mit „I Loves You, Porgy„. Angeregt von schwarzen Intellektuellen wie James BaldwinLangston Hughes und LeRoi Jones reagierte sie mit engagierten Songs auf die Turbulenzen ihrer Epoche. So wurde sie zur „Hohepriesterin des Soul“ und Ikone der US-Bürgerrechtsbewegung. Ihr explosives Temperament wurde sprichwörtlich. Erst in den 1980er-Jahren wurde diagnostiziert, dass sie unter der bipolaren Störung litt. Karl Lippegaus erinnert an Nina Simone, die heute fünfundachtzig Jahre alt geworden wäre. Sie starb 2003 in ihrer Wahlheimat Südfrankreich.

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© WDR 3, Jazz & World, 21.2.2018

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