Die Zeit: 50 Jahre Woodstock : Musik ohne Zäune

In Woodstock hielt die rebellische Jugend der Sechzigerjahre ihre ­Generalversammlung ab – und öffnete den Pop für einen ­musikalischen Migrationsschub, der bis heute anhält.

Von Stefan Hentz

Das ausladende Gelände, sanft gewellt und begrenzt von Wäldern, das sich zu einer Art natürlichem Amphitheater senkt. Die Wiese, zunächst noch grün, saftig und menschenleer, dann immer voller, bis nichts mehr von ihr zu erkennen ist. Nur noch Menschen, Tausende, Hundert­tausende, und schließlich, nachdem der Regen sein Werk getan hat, Schlamm, Decken, Kleidungsstücke, Planen, Abfall. Man hat die Bilder zigfach gesehen.

Hat die Fans gesehen, die Besucherinnen und Besucher, die mit leuchtenden Gesichtern zum Festival­gelände gepilgert sind, kilometerweit zu Fuß, weil mit dem Auto schon lange kein Durch­kommen mehr war und die Zufahrtswege sich in den vielleicht größten Parkplatz aller Zeiten verwandelt hatten. Später all die Körper, die im See baden, nackt, oder im Schlamm.

 

© DIE ZEIT Nr. 33/2019, 8. August 2019

Eine Antwort von ...

  1. ich häng mal das da, den „livestream“ des ganzen festivals, dran und erinnere mich an den anfang der 70er, als ich mir noch ganz verloren auf dem planeten vorkam, so in einem katholischen internatskloster … in’s kino ging und von einem moment zum anderen wusste: ich bin nicht allein, wir sind viele und das da sind definitiv „meine leute“.

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