Eine Frau zwischen Free Jazz und Popsong: Die 1941 geborene Pianistin und Sängerin Annette Peacock gehört zu den eindrucksvollsten Randgängerinnen zwischen ausgefeilter Jazzkomposition und komplexer Rockmusik, zwischen klassischer Jazz-Instrumentierung und elektronischen Neuerungen.

Mit Harry Lachner

Sie war die erste Frau, die bei ihren Improvisationskonzerten Ende der Sechzigerjahre einen Moog-Synthesizer benutzte; vor allem aber schrieb Peacock zahlreiche Stücke, die über die Jahre hinweg von verschiedenen Jazzmusikern interpretiert wurden. Zwar sei ihre Musik eigentlich sehr einfach, sagte Annette Peacock einmal, dennoch könne kaum jemand sie vernünftig spielen.

Nicht einmal ihr langjähriger Partner Paul Bley, der über Jahrzehnte hinweg ihre Kompositionen im Repertoire hatte. Ihre Perfektionsansprüche, ihr kritischer Blick auf Andere waren es, warum sie sich früh entschieden hatte, selbst zu Mikrophon und Piano zu greifen. Wohl mag ihr Selbstverständnis das einer Komponistin sein, doch ohne ihren von kühler Sinnlichkeit geprägten Gesang wäre der Jazz um eine außergewöhnliche Facette ärmer.

http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/Lachner_AnnettePeacock.mp3

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© WDR 3, Jazz & World, 16.2.2018

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