Valeria Luiselli ist Mexikanerin, lebt aber schon sehr lange in den USA. Ein konfliktträchtiges Thema für beide Staaten steht im Mittelpunkt ihres neuen Romans „Archiv der verlorenen Kinder“: Die Flucht von Kindern aus Zentralamerika über Mexiko in die USA. 

Als Übersetzerin für eine Hilfsorganisation arbeitete die 1983 geborene Autorin selbst mit unbegleiteten Kindern. Auf zweierlei Weise mündete dies in ihr Schaffen: In einem Essayband brachte sie ihre Wut über die US-amerikanische Flüchtlingspolitik direkt zu Papier. Und in ihrem aktuellen Roman stellt Luiselli Bezüge her zu literarischen und historischen Migrations- und Vertreibungsgeschichten, wie etwa der Vertreibung der nordamerikanischen Ureinwohner. „Jede Migrationsgeschichte stellt eine Art Epos dar“, meint Luiselli.

Die Erfahrung, in fremden Ländern Fuß fassen zu müssen, hat Luiselli in ihrer Kindheit selbst gemacht, wenn auch in einer privilegierten Situation. Als Tochter eines Diplomaten und einer politischen Aktivistin lebte sie etwa in den USA, Costa Rica oder Südafrika. „Alle drei oder vier Jahre zogen wir in ein neues Land“, erinnert sich Luiselli an ihre Jugend.


© Ö1, Tonspuren, 15.3.2020

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