„Die Maschine“ Hörspiel von Georges Perec

Wer kennt es nicht, Goethes „Wandrers Nachtlied“ mit der berühmten Anfangszeile „Über allen Gipfeln ist Ruh“ von 1815. Das Hörspiel analysiert das Sprachmaterial systematisch. Dabei wird das Gedicht gegliedert und verändert zusammengefügt. Neue Sinnbezüge entstehen. Das Spiel über die und mit der Sprache zeigt den inneren Mechanismus der Poesie auf, mit Witz und Sinn für Ironie.

 

Dieser Klassiker des „Neuen Hörspiel“ sollte die Arbeitsweise eines Computers simulieren, was aus späterer Perspektive vielleicht etwas altbacken und naiv erscheint. Geblieben ist hingegen ein Stimmenspiel der überraschenden, nicht gealterten poetischen Vielschichtigkeit. Vielleicht weil der humane Faktor „Autor“, eine trotz allem dezidiert subjektiv-künstlerische Konzeption die Feder führte – und kein Cyborg im Spiel war. Dieser intelligente Hör-Spaß ist wohlweislich vom bloßen Computer-Schabernack und der Pointe zu unterschieden.

„Die Maschine“  Hörspiel von Georges Perec

Aus dem Französischen von Eugen Helmlé

Mit: Olaf Quasier, Heiner Schmidt, Dagmar Altrichter u. a.
Regie: Wolfgang Schenck
(Produktion: SR 1968)

Georges Perec, geboren 1932 in Paris, gestorben 1982 in Ivry-sur-Seine, lebte als Dokumentar und Schriftsteller in Paris. Als Mitglied der „Werkstatt für potentielle Literatur“ (OULIPO) zählte er zu den wichtigen Spracherneuern in der französischen Nachkriegsliteratur. Neben Romanen und Erzählungen schrieb er auch zahlreiche Originalhörspiele für die ARD.

© SWR 2, Hörspiel, 12.10.2017

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