Manche Familienkonflikte sind nicht lösbar, das Leben geht trotzdem weiter. In der Langen Nacht erzählen Menschen vom Loslassen, vom Verlassen der Familie. Das sind schmerzhafte und anstrengende Prozesse. Danach allerdings winkt die Freiheit, man selbst zu sein und die Chance, radikal künstlerisch zu arbeiten.

Von Margarete Groschupf

Diego stammt aus einer Militärdynastie in Ecuador, er malt in Berlin die Vulkanlandschaft seiner Heimat. Michela will nicht schizophren werden, rettet sich aus Italien nach Wien, als Malerin bricht sie aus. Die Mutter liegt tablettensüchtig im Bett. Und nach dem Tod der Mutter sieht alles noch einmal anders aus.

Bridge verzeiht ihrem jüdischen Vater die Verstörtheit, ihren Brief liest er vor seinem Tod nicht. Sie wird Puppenspielerin und strippt, ist heute Performerin. Marianne entdeckt Kriminalität, seit sie klar denken kann. Missbrauch und Schläge, all die Jahre steht sie unter Schock, heute trifft sie ihre vier Kinder nicht mehr. Martin versteht das merkwürdige Verhalten seiner Mutter Alice ihm gegenüber als Wiederholungsspiel ihrer Verfolgung als Jüdin in Polen, er macht eine LSD-Therapie und fühlt sich heute ebenbürtig. Christians Stiefvater war ein typischer Zwangsneurotiker, aber diese Art von Abschied war dann doch hart.

Eine Lange Nacht über Lebenswege, auf denen sich Aufbegehren und Verzweiflung, Hoffnung und Ernüchterung immer wieder begegnen.

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© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 25.3.2017

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