„Die Kunst der Oud“ Das palästinensische Trio Joubran

Sie zwingen ihre Zuhörer zu großer Konzentration und verleiten es zu Begeisterungsausbrüchen – die drei palästinensischen Oud-Spieler Samir, Wissam und Adnan Joubran faszinieren mit virtuosen Improvisationen. Mit ihrem neuen 6. Album „A Long March“ thematisieren die Brüder den Kampf der Palästinenser um Freiheit und Anerkennung.

Mt Cecilia Aguirre

Die Brüder Joubran stammen aus Nazareth in Galiläa, im Norden Israels und lebten lange im krisengeschüttelten Ramallah. Ihre Mutter sang in einem Muwashahat-Ensemble, der Vater Hatem ist ein anerkannter Oud-Hersteller. Der älteste Bruder Samir studierte in Kairo und schlug entgegen den Wünschen seines Vaters die Laufbahn eines Konzert-Oudspieler ein. „Als Palästinenser“, so Samir, „habe ich einen Blick für Schönheit, ich betrachte sie, ich höre auf die Stille, ich suche die Hoffnung. Wenn ich also ein wenig aggressiv bin, dann suche ich sofort wieder die Umkehr, den entgegengesetzten Weg.“ Das Trio Joubran ist weltweit das einzige Ensemble, in dem drei Oud-Spieler gemeinsam die Klangwelt der arabischen Skalen erforschen.

Ihr 6. Album A Long March widmen die Brüder ihren Landsleuten mit dem dringenden Appell, dass Musik Anteil nehmen sollte am Kampf der Palästinenser um Freiheit und Anerkennung. Ex-Pink Floyd Bassist Roger Waters schrieb das Stück Carry the Earth, eine Widmung an vier Cousins, die beim Fußballspiel am Strand von Gaza getötet wurden.


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© WDR 3, Jazz & World, 3.10.2018

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