Es beginnt mit einem wuchtigen Akzent der linken Hand. Dann folgen perkussive Tonketten mit der rechten. Wenn der Pianist für etwas steht, dann für Energie. Und er hat Jazz-Geschichte mitgeschrieben. Heute wird McCoy Tyner achtzig Jahre alt.

Mit Karsten Mützelfeldt

Ein Hüne betritt die Bühne. Dunkler Anzug, dunkle Sonnenbrille, die Haare zu einem kleinen Pferdeschwanz gebunden. Das Publikum weiß, was es erwartet. So ernst sein Gesichtsausdruck auf der Bühne auch sein mag – sobald dieser Gigant das Klavier verlässt, erweist er sich als „sanfter Riese“: leise und liebenswürdig. Und sein Lachen kann es durchaus mit dem Krachen der Linken aufnehmen. Frühe Aufnahmen zeigen Einflüsse von Red Garland, Wynton Kelly, Thelonious Monk und Tyners Freund Bud Powell. Doch während das Bop-Vokabular nur anfangs eine größere Rolle spielt, wird sein Name alsbald mit einem gänzlich anderen Konzept assoziiert, mit der modalen Spielweise – und mit einer legendären Band des Jazz, dem John Coltrane Quartet.

Live at Newport 1963
Aufnahme vom 5.07.1963, Newport Jazz Festival/Rhode Island

Live im Subway
Aufnahme vom 21.03.1989, Subway/Köln

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© WDR 3, Jazz & World, 11.12.2018

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