„Die Erotik eines Y“ Debütalbum von „Lost Girls“ von Beate Scheder

Auf ihrem Debütalbum „Menneskekollektivet“ frönt das norwegische Duo Lost Girls seine Experimentierfreude. Die fünf Stücke sind kein klassischer Pop, eher Soundskizzen.

Die im Jahr 2006 erschienene Graphic Novel „Lost Girls“ spielt in einem Luxushotel in Österreich, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Der Autor Alan Moore und die Zeichnerin Melinda Gebbie lassen dort drei Heldinnen der Kinderliteratur aufeinandertreffen: Alice aus Lewis Carrolls „Wunderland“, Dorothy aus dem „Zauberer von Oz“ und Wendy Darling, die Freundin von „Peter Pan“. Was dann folgt, ist alles andere als jugendfrei.

Die drei tauschen sich ausführlich über ihre sexuellen Erfahrungen aus und kommen sich näher – in jeglicher Hinsicht. Moore selbst bezeichnet sein Werk freimütig als pornografisch. Der Autor, der sich mit Titeln wie „Watchmen“, „V wie Vendetta“ oder „The League of Extraordinary Gentlemen“ einen Platz im Comic-Olymp sicherte, habe einen Plot verfassen wollen, der anstelle von Gewalt Sex in den Fokus rücke und der Menschen aller sexuellen Orientierungen gleichermaßen anregen sollte, so heißt es in einer Besprechung im Spiegel aus dem Erscheinungsjahr.

© TAZ, Kultur, Musik, 13.4.2021

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