„Die Brunnenhalle“ Hörspiel von Sibylle Lewitscharoff

Das neue Hörspiel der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff könnte in Baden-Baden oder in Marienbad spielen. In jedem Fall ist das Spielort ein modern gehaltenes Jenseits, das einem luxuriösen Badeort gleich. Die Brunnenbesucher sind Lethetrinker und wandeln umher, vom Vergessen heimgesucht.

Beäugt, bewacht werden sie vom Wärter des Brunnens, dem ein Chor zur Seite steht. Ein Künstler will von dort seine Geliebte aus dem Dämmerzustand der Umnachtung herausholen. Gemeinsam mit dem zufällig zur selben Zeit am selben Ort anwesenden Handwerker Karl verlangt er Einlass in die Brunnenhalle, auch wenn er offiziell kein Ticket hat. Was dann geschieht, ist eine Geschichte um Liebessehnsucht, Männerfreundschaft und grausamen Verrat. Und wer will, kann hier noch ganz zart den Mythos von Orpheus und Euridike durchs Brunnenwasser schimmern sehen.

Sibylle Lewitscharoff, geboren in Stuttgart, lebt als Schriftstellerin in Berlin.

Für ihre Romane – u. a. »Apostoloff« (2009), »Blumenberg« (2011), »Killmousky« (2014) – und Essays erhielt sie zahlreiche bedeutende Literaturauszeichnungen, so 2013 den Georg-Büchner-Preis. Im September 2016 erscheint ihr neuer Roman »Das Pfingstwunder«. Gelegentlich schreibt sie Hörspiele, zuletzt »Vogelzug« (SWR 2015).

Mit: Hedi Kriegeskotte, Hans Löw, Astrid Meyerfeldt, Sebastian Rudolph, u.a.
Musik: Andreas Bick
Regie: Iris Drögekamp
(Produktion: SWR 2016)

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