„Noch ein Martini, und ich lieg unterm Gastgeber.“ Das sagte Dorothy Parker, einst die schlagfertigste und eleganteste Dame von New York. Kaum zu glauben, dass der für seine spitze Zunge gefürchtete Star nun schon 50 Jahre tot sein soll.

Von Pieke Biermann

Dorothy Parker, einst die schlagfertigste und eleganteste Dame von New York, war bereits zu Lebzeiten (1893-1967) so legendär wie gefürchtet für ihre spitze Zunge. Sie war der Star der berühmt-berüchtigten Tafelrunde, die sich mittags im Hotel Algonquin traf: der neuen Mediengeneration nach dem Ersten Weltkrieg. Sie schrieb Geschichten, Drehbuchvorlagen für Hollywood-Filme, zog zeitweise nach Los Angeles und verzweifelte an den Reaktionären, die vor, nach und im Zweiten Weltkrieg das Sagen hatten.

Sie trank, erst mäßig, am Ende übermäßig. Ein Tribut auch an den Hass kleinerer Geister, die ihr „das Hirn eines Mannes im Körper einer Frau“ nachsagten. Größere Geister gaben neidlos zu: „Ihr Werk ragt nicht eben in die Breite, aber das meiste davon ist pures Gold.“ Pieke Biermann hat Dorothy Parkers Kurzgeschichten übersetzt und erweckt sie in diesem Feature zum Leben. Unter dem Titel, der ihr gebührt: „Die Algon-Queen“.

© Produktion: SDR 1987

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.