Ihr neues Album „American Head“ lässt Erinnerungen ihres Sängers hochleben: lustige und fast tödliche. Von Karl Fluch

Bei seiner Midlife-Crisis war das Publikum live dabei. Die diesbezügliche Antiklimax während der Sinnkrise war eine Kollaboration mit der Pop-Hysterikerin Miley Cyrus. Da wusste man, Wayne Coyne geht’s nicht gut, da mochte er noch so breit grinsen, aber das tut der Teufel auch, wenn er einem in den Hintern beißt.about:blank

Wayne Coyne ist Chef der US-Band The Flaming Lips. Die seit den 1980ern bestehende Gruppe zählt zu den herausragenden Alternative-Bands der letzten Dekaden. Sympathische Wirrköpfe aus Oklahoma, deren drogenkoketter Space-Rock einige epochemachende Werke zeitigte. Zu nennen wäre da an erster Stelle ihr 1999 entstandenes Opus magnum The Soft Bulletin.

Das öffnete ihnen zugleich die Tür in den Mainstream, in dem sie nach ihren eigenen Regeln bis heute einer erfolgreichen Karriere nachgehen. Diese wirkt wie ein nie endender Kindergeburtstag. Konfettikanonen gehören ebenso zum Live-Equipment wie eine durchsichtige Kunststoffkugel, in der Wayne Coyne bei Festivals über den Köpfen des Publikums spazieren geht: ein Hamster auf zwei Beinen mit Struwwelpeter-Frisur.

© DerStandart, Musik, 10.9.2020

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