Es hat eine Weile gedauert, bis der 1918 geborene Musikethnologe Mantle Hood seinen Weg fand. Nicht nur musikalisch ein begabter Kopf, streckte der Amerikaner früh seine Fühler in verschiedene Richtungen aus.

Von Michaela Fridrich

Die Musik hatte für ihn zwar immer schon eine besondere Anziehungskraft, aber sich auf sie auch beruflich einzulassen – dazu konnte sich Hood zunächst nicht so recht entschließen. Bis er zufällig frühe Aufnahmen eines javanischen Gamelan-Ensembles hörte. Zu diesem Zeitpunkt bereits Mitte vierzig, nahm er ein Promotionsstudium beim international renommierten Musikethnologen Jaap Kunst auf und widmete sein Leben fortan der Erforschung der Musik fremder Kulturen. Dabei bewahrte er dem indonesischen Gamelan sein zentrales Interesse. Für das Fachgebiet der Musikethnologie wegweisend war allerdings vor allem seine Prägung wissenschaftlicher Standards, die im Umgang mit traditionellen Kulturen bis heute Geltung haben. Wenn man die Musik anderer Völker erforschen möchte, müsse man fähig sein, einfühlsam auf die Menschen zuzugehen, schrieb Mantle Hood einmal: Das bedeute auch, ihre Wertvorstellungen und ihr Verhalten zu respektieren, selbst wenn diese nicht mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmen.

http://xb4160.xb4.serverdomain.org/Musik/Portraet-des-Musikethnologen-Mantle-Hood.mp3

© BR Klassik, Musik der Welt, 20.9.2020

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