Mitten im männlich dominierten Musikgeschäft war Janis Joplin eine Ausnahmesängerin und selbstbewusste Künstlerin. Musikerinnen verschiedener Stilrichtungen dient sie bis heute als Inspiration. Am 4. Oktober 2020 jährt sich ihr Todestag zum 50. Mal.

Geboren wurde Janis Joplin am 19. Januar 1943 in Port Arthur, einer von der Ölindustrie dominierten Kleinstadt in Texas. Aufgewachsen in einer Familie aus der weißen Mittelschicht, deutete lange Zeit nichts darauf hin, dass sie ihre Stimme anders als im Kirchenchor erheben würde.

In ihren letzten Schuljahren wurde sie aber mehr und mehr zur Außenseiterin und Zielscheibe von Hohn und Spott der Angepassten. Die Lektüre von Jack Kerouacs Beatnik-Roman „On the Road“ und die Entdeckung des schwarzen Blues wurden Ende der 50er-Jahre zu prägenden Initiationserlebnissen. Schließlich fand sie in ihrer Stimme das Mittel zum Ausdruck ihrer Gefühle und zur Selbstermächtigung – zwischen Schrei und Hauch.

„Als ob sie zwei Töne gleichzeitig singt“

Holly George-Warren, Chronistin der US-amerikanischen Musikgeschichte und Autorin der 2019 auch auf Deutsch veröffentlichten Biografie „Janis Joplin – Nothing Left To Lose“, sagt über Joplins Stimme:

„Ihr Stimmumfang war sehr groß. Sie konnte tief singen und gleich danach ganz hohe Töne treffen. Manchmal klang es so, als ob sie zwei Töne gleichzeitig singt. Indem sie all das, was ihr gefiel, zu ihrem ganz eigenen Sound zusammenführte, hat sie einen einzigartigen Gesangsstil kreiert.“

http://xb4160.xb4.serverdomain.org/Musik/Kozmic-Blues-Janis-Joplin.mp3

© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 3.10.2020

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