der Freitag: „Streaming rettet die Branche, nicht die Musik“

Das Netz galt jahrelang als Feind, nun hat Streaming die Musikbranche gut durch die Krise gebracht. Aber haben davon auch die Künstler*innen etwas? Von Konstantin Nowotny.

Während die Welt draußen weiterhin an Strömung eingebüßt hat, strömt es immer öfter daheim. Schon am Anfang dieses Jahres meldeten das Marktforschungsinstitut GfK Entertainment und der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), dass der Marktanteil von Streamingdiensten im Musikmarkt wächst. Ganze 139 Milliarden Musikstreams wurden im Jahr 2020 gezählt, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Florian Drücke, Chef des BVMI, sagte der dpa im Januar, dass in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 rund zwei Drittel des Umsatzes in der Musikindustrie aus den Streams von Spotify, YouTube, Amazon und Co. generiert wurden.

Herr Drücke hat allen Grund, zu jubilieren. Jahrelang hat er versucht, die Branche und ihre Protagonisten davon zu überzeugen, dass das Internet kein Feind (mehr) ist, sondern im Gegenteil: die Zukunft. Mit Erfolg. Die Zahlen des BVMI, der laut eigenen Angaben immerhin 80 Prozent der Musikbranche hierzulande repräsentiert, sprechen eine deutliche Sprache: Trotz Krise erwirtschaftete die deutsche Musikindustrie im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von neun Prozent im Vergleich zu 2019, der Deutschlandfunk meldete in seinen Kulturnachrichten: „Streaming rettet Musikbranche“.

© der Freitag, Kultur, Musik, 12/2021

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