Kaum ein Mythos wurde häufiger in den Künsten aufgegriffen und variiert – ob als Gemälde, in der Literatur, der Philosophie oder der Musik – als jener vom Titanen Prometheus. Das Feuer raubte der den Göttern, brachte es den Menschen, die er, je nach Variation der Geschichte, selbst aus Wasser und Lehm erschaffen hatte.

Mit Harry Lachner

Zur Strafe für seine Auflehnung gegen die Götter wurde er an einen Felsen gekettet, ein Adler fraß ihm täglich die ständig nachwachsende Leber. Mit dem Diebstahl des Feuers – essentiell bei der Menschwerdung der prometheischen Geschöpfe – begann die Kultur. So heißt es im Drama von Aischylos: „So ist, mit einem Worte, daß ihr kurz es hört, den Menschen von Prometheus alle Kunst gelehrt.“ Ob bei Goethe, Shelley oder Heiner Müller, bei Beethoven oder Luigi Nono: Prometheus ist der kulturschöpferische Rebell gegen ein Herrschaftssystem, doch je nach Autor oder Komponist treten auch andere Facetten dieser mythischen Gestalt zutage.

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© SWR 2, Musikpassagen, 5.11.2017

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