„Der diskrete Charme der Ironie“ Der Ideenkünstler Marcel Duchamp Von Harry Lachner

Er ist ein Künstler mit sehr schmalem Œevre, eine schachspielende Legende und einer, der die Kunstwelt spaltet. Für einige ein Scharlatan, für andere der wichtigste Künstler des 20. Jahrhunderts: Marcel Duchamp.

„Es ist völlig unmöglich, über Marcel Duchamp zu schreiben, aber wenn ich an ihn denke, geht ein gutes Gefühl durch meinen Körper“, meinte der amerikanische Künstler Robert Rauschenberg. Tatsächlich siedelt sich das Werk Duchamps in einem Zwischenreich an. Seine Readymades stellten das tradierte Kunstverständnis in Frage (Objekte wie einen Flaschentrockner, die er qua Signatur zum Kunstwerk erklärte), aber seine Kunst zielte auf mehr als Kritik: sein Denken bildete eine Zone der Indifferenz: zwischen Mechanismus und Phantastik, Methode und Aberwitz, wie es der Autor Octavio Paz auf den Punkt brachte. Seine Arbeiten erschaffen einen mit Understatement und Ironie aufgeladenen, vielgestaltigen Ideenraum: schon die frühen Gemälde, vor allem aber die Readymades, das „Große Glas“ oder seine Installation „Étand donnes“.

Konzeptkunst, dessen Konzept erst nach und nach ausformuliert wurde. „Es war immer die Idee, die zuerst kam, nicht das visuelle Beispiel“, meinte er; Ideen, die die Gedankenspiele auch von Philosophen wie Jean-François Lyotard befeuerten und die die Entwicklung der modernen Kunst maßgeblich prägten. Duchamps Einfluss auf Op- und Pop-Art, wie auch auf die nachfolgenden Konzeptkünstler und die Appropriation Art kann nicht hoch genug eingeschätzt werden – und doch entsprach Duchamp so ganz und gar nicht jenen sich zu Propheten der Avantgarde stilisierenden Künstlern. Denn immer wieder zog er sich scheinbar aus der Kunstwelt zurück, widmete sich lieber dem Schachspiel. Dabei arbeitete er – seinem Diktum folgend „The great artist of tomorrow will go underground“ – die letzten Jahre im Verborgenen. Eine Legende zu Lebzeiten, dessen Interviewaussagen heute an Kunsthochschulen wie pures Gold behandelt werden.

5 Replies to “„Der diskrete Charme der Ironie“ Der Ideenkünstler Marcel Duchamp Von Harry Lachner

  1. Nichts zu machen, der „Gefällt mir“-Button funktioniert bei mir nicht mehr, egal ob ich mich vorher bei WordPress einlogge, oder dabei. Sehr merkwürdig. Dafür ist der Audio-Player nicht mehr angeschnitten… Duchamp hätte sich totgelacht ob solcher „Probleme“… 😀

    1. Ich benutze mehrere Browser. Opera und Firefox. Da kann man immer gut vergleichen, wie die Seiten oder Blogs funktionieren bzw. aussehen.

      1. Tja, auch mit Opera funktioniert für mich der Button nicht, bei Chrome kam ich weiter, aber auch nicht sicher… ist mir zu blöd langsam… 🙂

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.