Herbert Henck steht für Bescheidenheit, äußerste Präzision und umfassende Analyse – auch der Wirklichkeit hinter den Noten. Alles Oberflächliche und Eventmäßige ist Herbert Henck vollkommen fremd. Er steht für Bescheidenheit, äußerste Präzision und umfassende Analyse, auch der Wirklichkeit hinter den Noten.

Von Werner Klüppelholz

Als Pianist von hohem Rang hat er sich fast ausschließlich der Neuen Musik gewidmet, Klassikern wie Antheil, Cage, Ives oder Schönberg, Generationsgenossen wie Klarenz Barlow, Wolfgang Rihm oder Walter Zimmermann. Aber auch eher unbekannte Namen wie Ruth Crawford Seeger, G. I. Gurdjieff oder Federico Mompou erfahren seine liebevolle Aufmerksamkeit. Über seine Arbeit an Stockhausens ‚Klavierstück X‘ verfasste Henck ein ganzes Buch und er ging dem Schicksal des von den Nazis ermordeten Komponisten Norbert von Hannenheim nach, mittels Suchmeldung in der Zeitung Heimatgruß. Als unabhängiger Kopf war Henck zugleich lange Zeit sein eigener Verleger, etwa des Jahrbuchs ‚Neuland‘, einem bedeutenden Forum der Neuen Musik. Die Texte Hencks sind stets so klar wie lebendig – genau wie sein Spiel. Klavierprofessor ist er nie gewesen, „um die Zahl der arbeitslosen Pianisten nicht weiter zu erhöhen”. Am 28. Juli wird Herbert Henck 70 Jahre alt.

 

© Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik, 31.7.2018

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