Soul-Sampler gibt es viele, wenige sind so gut wie die des Münchners. Sein „Down & Out – The Sad Soul of the Black South“ gibt es nun auf Vinyl. Von Karl Fluch

Schon der Rhythmus macht klar, dass die Contenance des Sängers gleich kippen wird. Dann hebt Sam Dees an, am Anschlag, aus vollen Lungen. Es formt sich ein Sturzbach der Gefühle: „See – the tears in my eyes, since my baby is long gone.“ Mehr noch als der Text ist es die Intonation, die einen packt. Sie beschreibt jene Verzweiflung, deren Vermessung dieser Musik ihren Namen gibt: Deep Soul.

Der Begriff ist ein Synonym für Southern Soul, für Soul-Musik aus dem US-amerikanischen Süden. Dort ist die Inbrunst des Gospels der unzertrennliche Zwilling der Ekstase, die zwischen den Laken entsteht, die Übermittlung beider Gefühle intensiv: deep. Besonders im Süden transportiert diese Musik zusätzlich das Erbe der Sklaverei in ihrer kollektiven Biografie eingeschrieben – mit allen Nachwehen bis herauf in die Gegenwart.

Down & Out – The Sad Soul of the Black South (Trikont / Indigo / Lotus)

© DerStandard, Kultur, 6.1.2021

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