Regisseur Klaus Michael Grüber (1941–2008) suchte oft Spielorte außerhalb des Theaters. Seine Stücke spielten in Bühnenlandschaften, in denen der Mensch verloren schien, nach Halt suchte, die tragische Entfernung zwischen Kunst und Wirklichkeit zum Ausdruck kam.

Der Regisseur ist ein Mensch, der von der Schönheit erzählt, schreibt Klaus Michael Grüber (1941–2008) zu seiner Bérénice-Inszenierung 1984 in Paris. Legendär seine ‚Winterreise’ 1977 im Berliner Olympiastadion oder Brentanos ‚Rudi’ im alten Hotel Esplanade am Potsdamer Platz. Zusammen mit Malern wie Eduardo Arroyo und Gilles Aillaud erfand er Bühnenlandschaften, die von einem Universum erzählen, in dem die Menschen nach einem Halt suchen. Er plädierte dafür, den eigenen Mitteln stets zu misstrauen, keine Lösungen anzustreben. Viel eher solle eine Ahnung für die Tragik der Entfernung zwischen Kunst und Wirklichkeit geschaffen werden.

Das Theater muss durch Tränen gehen
Von Klaus Dermutz und Andrea Marggraf
Regie: Andrea Marggraf und Klaus Dermutz
Mit: Angela Winkler, Katharina Matz, Paul Burian, Willem Menne, Gerd Wameling
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017
Länge: 87’18

© Deutschlandfunk Kultur, Hörspiel, 9.12.2018

 

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