Es beginnt wie ein Schauerroman. Ein Fremder – sein Name zusammengestrichen auf seinen Anfangsbuchstaben K. – kommt spätabends in ein Dorf, das im Schnee versinkt. Drohend und unerreichbar über dem Dorf thront das Schloss. 

Von Julia Devlin / Regie: Irene Schuck

Hier residiert Graf Westwest, den niemand je zu Gesicht bekommen hat. K., dessen Vergangenheit im Dunkeln bleibt, sucht ein Auskommen, eine Anstellung als Landvermesser beim Schlossherrn. Doch diese Suche gestaltet sich als ein rastloses Stolpern durch eine verschlossene und feindselige Welt, deren Gesetze K. zu enträtseln, gegen die er zu rebellieren versucht. Franz Kafka begann „Das Schloß“ im Januar 1922, gequält von Nervenzusammenbrüchen und gezeichnet von der Tuberkulose, an der er anderthalb Jahre später sterben würde. Der Roman blieb Fragment. Komplex, verwirrend, dämonisch und dabei überwältigend schön und überraschend humorvoll, lässt er seine Leser gleichermaßen ratlos und ergriffen zurück.

© Bayern 2, Radiowissen, 22.9.2020

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