Alle reden über „rechts“ und darüber, ob man mit Rechten reden soll. „Die Rechten“ sind das erklärte Feindbild schlechthin. Parteien, Politiker, Journalisten, Intellektuelle, Theatermacher, Künstler und Kirchen warnen vor dem „Rechtsruck“, manche wähnen den Faschismus bereits wieder auf dem Vormarsch.

Aber wissen wir eigentlich, worüber wir reden, wenn wir reflexhaft „rechts“ sagen? Was exakt charakterisiert rechtes Denken? Ist die Neue Rechte eine Fortführung der Alten Rechten? Rechtes Denken ist mehr als nur „völkische“ Fremdenfeindlichkeit. Es geht ihm um ein anderes Verständnis von Geschichte, Ordnung, Identität, um die Definition von Leben als Kampf ums Dasein und eine Umwertung der Werte. Um das Rechte in seiner Komplexität verstehen zu können, müssen seine Leitmotive genau unter die Lupe genommen werden. Wer der Neuen Rechten, ihren Politikern, Publizisten und Intellektuellen auf Augenhöhe begegnen will, muss nicht nur die Quellen kennen, aus denen sie schöpfen, sondern den geistigen wie geistesgeschichtlichen Horizont abzustecken wissen, vor dem sie sich definieren.

Christian Schüles Essay skizziert die Denkfiguren des rechten Denkens und arbeitet dessen zentrale Begriffe heraus. Das Destillat seiner Betrachtungen schärft das Bewusstsein für die Gefahren, die von diesem Denken ausgehen können.

© Bayern 2 , Nachtstudio, 4.2.2020

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