„Das Haus der Krankheiten“ Nach dem gleichnamigen Manuskript von Unica Zürn

Als Unica Zürn 1958 an der Gelbsucht erkrankte, verfasste sie ein Skript mit Texten und Zeichnungen, das erst posthum veröffentlicht wurde. Ausgangssituation dieser aus dem Geist des Surrealismus notierten Arbeiten, die einer Ästhetik des Schocks sowie der poetischen Verdichtung und Verschiebung folgen, ist die Behandlungssituation einer Patientin in einer Heilanstalt.

Der Versuch, die Krankheit zu bezwingen, wird zur Suche nach einem Weg aus dem Labyrinth, das als eine Welt der Unordnung und unendlicher wie paradoxer Bezüge wahrgenommen wird. Der eigene Körper wird dabei in Analogie zu einem Haus gesetzt, in dem die Organe wie Herz und Augen Zimmern gleichen, die zu betreten sind.

 

Das Haus der Krankheiten

Nach dem gleichnamigen Manuskript von Unica Zürn

Mit: Jana Schulz u. a.
Musik: Kammerflimmer Kollektief
Hörspielbearbeitung und Regie: Iris Drögekamp und Thomas Weber
(Produktion: SWR 2014)

Unica Zürn, geboren 1916 in Berlin, gestorben1970 in Paris, verließ 1953 Deutschland, um mit dem bildenden Künstler Hans Bellmer im Umkreis des Pariser Surrealismus zu leben. Bis zu ihrem Selbstmord schuf die Autodidaktin ein Werk, das Anagrammdichtungen, Prosatexte sowie graphische und zeichnerische Arbeiten umfasste und in seiner Vollständigkeit erst posthum gewürdigt wurde.

© SWR 2, Hörspiel, 9.11.2017

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