Anthony Parasole – Infrared Vision

Und wenn auch Industrial (Rock) und EBM da irgendwo durchschlagen, ist es am Ende doch der unvergleichlich stilvolle Tribut an den einen, den goldenen Loop, der zwar von Melodien durchkreuzt wird, sich aber dennoch auf fünf Minuten strecken lässt – und schlicht überzeugt. So rauscht Anthony Parasoles Debüt einfach durch und am Ende wird das Taxi in Richtung Ostbahnhof Berlin gerufen. Man weiß ja um die Wiege.

 

Conrad Schnitzler & Pole – Con-Struct

Welche Sounds hier nun von Schnitzler selbst sind und was Pole dem hinzufügt, ist einerseits sehr unscharf, andererseits aber auch klar wie Kloßbrühe. Betke ordnet, reiht, kontextualisiert. Modernisiert, im Pole-Kosmos. Genau darum ist diese Platte auch so gut. Wenn der eine Querkopf sich mit der Musik eines anderen Querkopfs beschäftigt, verschwindet das Verquere und die Zukunft leuchtet. Eine brillante Analyse und einfach wundervolle Platte.

 

Timber Timbre – Sincerely, Future Pollution

Man will offenbar in eine Liga mit den Tindersticks und Nick Cave aufsteigen, was durchaus gelingt. Die ausdrucksstarken Songs arbeiten mit feinen, minimalistischen Arrangements, mit feinen Tupfern, wie bei Bob Ross, wenn er dunkle Wälder ziseliert. Und dann wäre noch dieser wunderbare Albumtitel und der Opener „Velvet Gloves & Spit“, der jedes Mal einen wohligen Schauer produziert und einer der deepsten Popsongs des Jahres ist – zumindest bislang.

 

© Das Filter, Wochenend Walkman, 8.4.2017 • SOUNDS – Text: Redaktion

 

 

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