Das Filter: Wochenend-Walkman vom 11.3.2017 mit Wild Pink, Mr. YT und Lusine

Wild Pink – Wild Pink

Built To Spill und Modest Mouse sagen bei fast jedem Song „Hi“. Dazu die leicht verklärte, kalifornische Unverbindlichkeit von Weezer/Grandaddy und ein feines Gespür für physisch-dynamische Riffs. Gut, wirklich gut. So unprogressiv wie von Omma der ihr Erbseneintopf, aber genau so glücklich machend.

 

 

Mr. YT – Brand New Day

Das dieses, gestern auf dem R&S-Sublabel Apollo erschiene Album über Plattenladentheken gehen wird wie frische Schrippen, steht außer Frage. Mr. YT sei jedenfalls gegönnt, dass seine fast zwanzig Jahre alten Tracks so klingen, als seien sie gerade erst vom Produzententisch gefallen. Und doch bestätigt es die hier bereits angedeutete Tatsache, dass die dieser Tage veröffentlichte, vermeintlich stilvolle House Music, immer und zu oft ausschließlich nur ein Blick in den Rückspiegel ist. Progressivität Fehlanzeige. Aber wenn im Rückspiegel gerade wunderschön die Sonne untergeht, dann ist der Regen vor uns eben auch egal.

 

Lusine – Sensorimotor

Beherzt und mit noch mehr Beats als früher. Die Vocal-Features kommen von Benoît Pioulard, seiner Frau Sarah und Vilja Larjosto. Und dann – mittendrin – dann doch noch die Überraschung in einem Album, das sonst vollkommen frei von Überraschungen dennoch schon jetzt ein guter Freund ist: „Chatter“, ein kurzes Interlude, in dem McIlwain den Pop Pop sein lässt und in unterdrücktem Rauschen sein gesamtes Werk auf knapp zwei Minuten unendlich schön komprimiert. Es sind diese Momente, die die Musik von Lusine auch 2017 noch so unentbehrlich machen.

© Das Filter, 11.3.2017 • SOUNDS – Text: Redaktion

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