Das besondere Konzert: Sofia Gubaidulina – „Der Zorn Gottes“ Uraufführung

Wo das Klavier mit seinen Halbtönen nur schwarz-weiß malt, erzeugt das Orchester schier unendliche Zwischentöne, Farben und Stimmungen. „Ein Übergang wie von kleiner Sekunde zu großer Sekunde ist banal und absolut nicht interessant“, sagt Sofia Gubaidulina. „Aber wenn wir diesen zusätzlichen Raum haben, (…) wird es wirkungsvoll. Damit bekommt die Form ein Gesicht.“

Sofia Gubaidulina, geboren am 24. Oktober 1931 im tartarischen Tschistopol und seit knapp 30 Jahren bei Hamburg lebend, erzielt mit einer subtilen Palette an Zwischentönen durchaus dramatische Wirkungen. Der außergewöhnliche Zugriff auf Farben, Emotionen, Ausdruck und Dramatik in ihrer Musik hat ihr nebenbei sogar höhere Hollywood-Weihen eingetragen – sie ist das älteste Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. 1989 war sie als allererste Komponistin bei Wien Modern zu Gast (u. a. spielte das RSO Wien ihre damals neue Sinfonie „Stimmen … Verstummen … „).

2020 widmen Wien Modern und RSO Wien ihr ein besonderes Porträt im Musikverein – mit Antoine Tamestit als Interpret des furiosen Soloparts im Violakonzert und Dirigentin Oksana Lyniv in ihrem RSO-Debüt.
(Bernhard Günther, Künstlerischer Leiter von Wien Modern)

http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/Portraetkonzert-Sofia-Gubaidulina.mp3

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigentin; Oksana Lyniv; Antoine Tamestit, Viola.

Sofia Gubaidulina: a) Der Zorn Gottes (2019; Uraufführung; Auftragswerk der Salzburger Festspiele);

b) Konzert für Viola und Orchester (1996)

(aufgenommen am 6. November im Großen Musikvereinssaal in Wien). Präsentation: Marie-Therese Rudolph

© Ö1, Konzert, 26.11.2020

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