Mit Werken von Sara Glojnarić, Helmut Lachenmann, Mauricio Kagel und Malte Giesen. Was wir lieben, muss verschwinden. Um überlebensnotwendige Häutungen, um wehmütige Abgesänge oder geschichtsvergessene Neuanfänge geht es in diesem Programm.

Musik ist oft mit nostalgischen Empfindungen und Erinnerungen verbunden. Mit diesem Phänomen befasst sich die Sara Glojnarić; Schlagzeug-Intros quer durch die Popgeschichte bilden dabei den Bezugs-Rahmen. Malte Giesen reflektiert Beethovens “Siebte Sinfonie“. Ihm geht es um den prozessionshaften Charakter der Vorlage, um das Phänomen der Masse. Und das in einer Zeit, in der Massen-Erfahrungen nicht unmittelbar zugänglich sind. Die Besetzung hat Giesen Corona-gemäß reduziert und zu einer Art “elektronischem Schattenorchester“ vervielfältigt. Helmut Lachenmann stellt in “Notturno“ das Prinzip Solokonzert auf den Kopf: Das Orchester wird hier vom Solisten “begleitet“, der simultan eine ausgedehnte Kadenz spielt. Ganz im Hier und Jetzt bleibt schließlich Mauricio Kagel in seiner Orgelphantasie, die er durch hörspielartige “Obbligati“ aus dem Leben des Organisten erweitert.


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Sara Glojnarić
„Artefacts #2“ (2019) für Stimme, kleines Schlagzeug und Tape

Helmut Lachenmann
„Notturno“ (1966/68) Musik für Julia
für kleines Orchester mit Violoncello solo

Mauricio Kagel
„Phantasie“ (1967) für Orgel mit Obbligati

Malte Giesen
„Massenprozession“ (2020)
Covid-19-Fassung für Kammerorchester mit Zuspielung
Uraufführung

Sarah Maria Sun, Sopran
Dirk Rothbrust, Drums
Karolina Öhman, Violoncello
Dominik Susteck, Orgel
WDR Sinfonieorchester
Leitung: Lin Liao

Live aus dem WDR Funkhaus, Köln

Moderation: Michael Struck-Schloen

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