Sein Klavierkonzert sei sein ein «ästhetisches Credo», sagte György Ligeti, der grosse Klangmagier der neuen Musik aus Ungarn: frei von äusseren und stilistischen Zwängen, eine Tour de Force voller pianistischer Entdeckungen.

Ganztonleitern und Pentatonik, mehrere Tonarten gleichzeitig, komplexe Rhythmen und harmonisch überwältigende Klangreisen. «Die mir so wichtigen musikalischen Illusionen sind allerdings kein Selbstzweck, vielmehr Grundlage meiner ästhetischen Haltung. Ich bevorzuge musikalische Formen, die weniger prozesshaft, eher objektartig beschaffen sind: Musik als gefrorene Zeit, als Gegenstand im imaginären, in unserer Vorstellung evozierten Raum, als ein Gebilde, das sich zwar real in der verfließenden Zeit entfaltet, doch imaginär in der Gleichzeitigkeit in all seinen Momenten gegenwärtig ist. Die Zeit zu bannen, ihr Vergehen aufzuheben, sie ins Jetzt des Augenblicks einzuschliessen, ist primäres Ziel meines Komponierens.»

Dazu gibts Musik des Ligeti-Schülers Detlev Müller-Siemens. Er nimmt die melodische und harmonische Komplexität seines Lehrers auf ganz eigene Weise auf.




György Ligeti: Konzert für Klavier und Orchester
Detlev Müller-Siemens: Phoenix I-III für Ensemble

Ensemble Phoenix Basel
Jürg Henneberger, Leitung
Kirill Zwegintsow, Klavier

Konzert vom 05./06.12.20, Gare du Nord Basel

© SRF 2, Neue Musik im Konzert, 23.12.2020

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