Für Kontroversen sorgten Olivier Messiaen und Dmitri Schostakowitsch mit manchem Werk. In der Regel ging es um Religion und Humanität. Ingo Metzmacher kombinierte im Konzert in der Berliner Philharmonie die „Trois petites liturgies“ und die 13. Sinfonie „Babi Jar“.

Mit Klaus Gehrke

Diskussionen um ihre Kompositionen waren Olivier Messiaen und Dmitri Schostakowitsch gewöhnt. Doch nur wenige Werke lösten so heftige Kontroversen aus wie die „Trois petites liturgies“ und die 13. Sinfonie. Mit Ersterem wollte Messiaen Gottes Nähe und Liebe außerhalb des sakralen Raumes im Konzertsaal präsentieren – dazu schrieb er eine Partitur von außergewöhnlicher Klangfarbigkeit. Die Uraufführung kurz nach Kriegsende in Paris stieß jedoch auf harsche Kritik.

Solche bekam auch Schostakowitsch nach der Premiere seiner 13. Sinfonie 1962 in Moskau zu spüren. Der Sinfonie liegen Verse Jewgeni Jewtuschenkos zugrunde. Der Dichter kritisierte in seinem Text „Babi Jar“ über das Massaker der deutschen Wehrmacht an ukrainischen Juden den Antisemitismus in der sowjetischen Nachkriegsgesellschaft. Autor und Komponist wurden nach der Premiere zu Änderungen gezwungen; das Original wurde erst 1970 veröffentlicht.

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Olivier Messiaen
Trois petites liturgies de la présence divine (Ausschnitte)

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 13 b-Moll „Babi Jar“, op. 113

Cédric Tiberghien, Klavier
Nathalie Forget, Ondes Martenot
Mikhail Petrenko, Bass

Rundfunkchor Berlin
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Ingo Metzmacher

Aufnahme vom 2. Februar 2019 in der Berliner Philharmonie

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