Armenier aus ganz Deutschland und den westlichen Nachbarländern strömten zu diesem Konzert nach Köln, um Musik des armenischen Komponisten und Priesters Komitas Vardapet zu hören, dessen 150. Geburtstag gefeiert wurde.

Komitas Vardapet wird in Armenien fast wie einen Nationalheiliger verehrt. Beeindruckend war an dem Abend nicht zuletzt die tiefe Religiosität und Inbrunst von Ausführenden und Zuhörern. Die Armenier sind stolz darauf, dass ihr Volk sich als erstes zum christlichen Glauben bekehrte. Komitas, der diesen Glauben in besonderer Weise repräsentiert, studierte unter anderem Berlin und verkehrte in westlichen Intellektuellenkreisen. In seine Heimat zurückgekehrt, wurde der 24. April 1915 für ihn zu einer Schicksalswende. Das Datum ist als „Roter Sonntag“ in das Gedächtnis der Armenier eingeprägt, denn es markiert den Beginn des Völkermord, dem im Osmanischen Reich drei Viertel der armenischen Bevölkerung zum Opfer fielen. Komitas wurde verhaftet und deportiert. Die grausamen Geschehnisse zerstörten seine seelische Gesundheit.

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Komitas Vardapet
Tanz aus der Stadt Vagharshapat
Antuni (Der Heimatlose)
Shogher jan (Liebeslied)
Chinar es (Liebeslied)
Hoy Nazan (Tanzlied)
K‘eler tsoler (Ich ging, ich glühte)
Zirani Zar (Aprikosenbaum)
Al Aylughs (Mein Purpurschal)
Shushiki (Volkslied)
Habrban (Volkslied)
Krunk (Der Kranich)
Garun a (Es ist Frühling)
Oror (Wiegenlied)
Lieder aus der Armenischen Liturgie 1891-1914

Aram Satian
1915

St. Gregor Naregatsi
Havun Havun

Tatevik Ashuryan, Sopran
Garbis Karakvaf, Gesang
Narek Voskanyan, Gesang
Edo Schneider, Gesang
Gevorg Dabaghyan, Duduk
Nazelí Arsenyan, Violine
Lolita Poghosyan, Orgel
Deutsch-armenischer Chor
Orchester LUYS
Leitung: Artak Voskanyan

Aufnahme vom 5. Oktober 2019 aus der Kölner Kirche St. Engelbert

© WDR 3, Konzert, 31.1.2020

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