Das besondere Konzert: Das Ensemble Modern in der Alten Oper / Werke von Samir Odeh-Tamimi, Yann Robin, Sarah Nemtsov und Johannes Motschmann

Ein Stadtteil von Istanbul, ein literarischer Text, die Hüllkurven elektroakustischer Signale, der Free Jazz: So unterschiedlich die Inspirationsquellen, so abwechslungsreich ist das klangliche Erlebnis der vier Werke im Programm des Ensemble Modern.

Mit dem Programm „A Long Way Away“ vom 10. Dezember 2018 aus der Alten Oper beschreitet das Ensemble Modern verschlungene Wege musikalischer Einflüsse und Stilrichtungen: Drei Komponisten und eine Komponistin, die einer Generation angehören und doch musikalisch höchst unterschiedlich sozialisiert sind. Der 1978 in Hamburg geborene Johannes Motschmann ist in der elektronischen Musik ebenso zu Hause wie im Jazz und in der Filmmusik. In seinem Stück „Attack Decay“ lässt er Hüllkurven elektro-akustischer Signale von Instrumenten simulieren.

Ein Auftrag des Ensemble Modern führte Samir Odeh-Tamimi (*1970), Komponist palästinensisch-israelischer Herkunft, 2008 nach Istanbul. Aus der urbanen Klanglandschaft des Stadtteil Cihangir entstand ein rasantes musikalisches Tagebuch für Ensemble. Für die in Berlin lebende Sarah Nemtsov (*1980) sind literarische Bezugspunkte wichtig, im Fall von „A Long Way Away“ sind es Erzählungen von W. G. Sebald. Der Franzose Yann Robin (*1974) hingegen spielt in seinem Stück „Art of Metal“ für Kontrabassklarinette und Ensemble auf seine musikalische Herkunft als Free-Jazz-Musiker an.

Jaan Bossier, Klarinette
Leitung: Ilan Volkov

Samir Odeh-Tamimi: Cihangir (2008)
Yann Robin: Art of Metal (2006)
Sarah Nemtsov: A Long Way Away (2011)
Johannes Motschmann: Attack Decay (2011)

(Aufnahme vom 10. Dezember 2018 aus dem Mozart Saal)

© HR 2, Konzertsaal, 24.1.2019

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