Das besondere Konzert: Das Ensemble Modern in der Alten Oper Frankfurt / Werke von Rebecca Saunders, Anahita Abbasi, Zeynep Gedizlioğlu, Ashley Fure, Birke Bertelsmeier

Das Ensemble Modern wirft einen Blick auf das Ensemblerepertoire von Komponistinnen mit spannenden Entdeckungen von Rebecca Saunders, Anahita Abbasi, Zeynep Gedizlioğlu, Ashley Fure und einer Uraufführung von Birke Bertelsmeier.

 

Juliet Fraser, Sopran
Johannes Schwarz, Fagott
Leitung: Vimbayi Kaziboni

Ashley Fure: Feed Forward (2014)
Anahita Abbasi: Situation II / Dialoge (2016)
Birke Bertelsmeier: „de ente“ für Ensemble (2018)
Zeynep Gedizlioğlu: Kesik (Cut) – for 12 instruments (2010)
Rebecca Saunders: Skin für Sopran und 13 Instrumente (2016)

(Aufnahme vom 21. Januar 2019 aus dem Mozart Saal)

Ausschließlich Musik von Komponistinnen präsentierte das Ensemble Modern am 21. Januar 2019 in der Frankfurter Alten Oper. Ein Auftragswerk von Birke Bertelsmeier (1981), dessen Titel „de ente“ (Über das Seiende) auf ein Traktat von Thomas von Aquin aus dem 13. Jahrhundert zurückgeht, bereichert ab jetzt das Repertoire des Ensembles. Für Rebecca Saunders (1967) gehört der enge Austausch mit Interpretinnen und Interpreten zum Kompositionsprozess essentiell dazu. Gemeinsam mit der englischen Sopranistin Juliet Fraser durchleuchtete sie vokale Klänge in allen möglichen Schattierungen und entwickelte daraus auch den Text für die Komposition. Inspiriert ist er außerdem von Samuel Becketts Fernsehstück „Geistertrio“ und dem Molly Bloom-Monolog aus dem Roman „Ulysses“ von James Joyce. Die bereits vielfach mit Preisen ausgezeichnete Komponistin erhielt für „Skin“ 2017 den Royal Philharmonic Society Award und den British Composer Award. Wie bei Saunders, die als gebürtige Britin seit vielen Jahren in Berlin lebt, kann man auch in den Biografien ihrer jüngeren Kolleginnen sehen, wie selbstverständlich in der Musikwelt internationaler Austausch gelebt wird: Ashley Fure, 1982 in den USA geboren und Harvard-Absolventin, lebt derzeit als DAAD-Stipendiatin in Berlin. Die aus dem Iran stammende Anahita Abbasi (*1985) hat in Graz Komposition studiert und absolviert derzeit ein künstlerisches Promotionsstudium in San Diego. Zeynep Gedizlioğlu, 1977 in Izmir geboren, wurde erst in Istanbul und dann in Saarbrücken, Strasbourg und Karlsruhe als Komponistin ausgebildet. Heute lebt sie in Berlin. Auch der Dirigent des Konzerts, Vimbayi Kaziboni, ist auf mehreren Kontinenten unterwegs: Ursprünglich aus Zimbabwe stammend, erhielt er seine Ausbildung in den USA und in Deutschland. Seit seiner Zusammenarbeit mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie ist er eng mit dem Ensemble Modern verbunden.

© HR 2, Konzertsaal, 28.2.2019

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