Arnold Schönberg ahnte es schon 1906, als er seine 1. Kammersinfonie op. 9 schrieb. Die Zukunft der arrivierten Musik liegt wesentlich in den solistischen Fähigkeiten der Musiker und Musikerinnen, eben individuell und als Kollektiv.
Mit Stefan Fricke

Kein Zufall, dass das Ensemble Modern das Schönberg-Stück 1980 bei seinen Gründungskonzerten in Köln und Frankfurt am Main aufgeführt hat. „Das Ensemblestück“, so lautet ein späterer Befund des Dirigenten und Komponisten Enno, „ist die Sinfonie des ausgehenden 20. Jahrhunderts“. Das von Anfang an basisdemokratisch organisierte Ensemble Modern besteht aus einem Pool von Musikerinnen und Musikern, die als Kollektiv agieren und als virtuose Solistinnen und Solisten. Das Konzertprogramm in der Alten Oper Frankfurt am 13. Januar 2020 thematisierte genau dieses doppelte Selbstverständnis. Die sechs Werke fokussieren sehr unterschiedlich jeweils ein EM-Soloinstrument oder eine EM-Sologruppe im Dialog mit dem Kollektiv.

„Ensemble Modern“ Leitung: Franck Ollu
Juliet Fraser, Sopran | Dietmar Wiesner, Flöte | Jaan Bossier, Klarinette | Uwe Dierksen, Posaune | Ueli Wiget, Klavier | Jagdish Mistry, Violine | Megumi Kasakawa, Viola

Anthony Cheung: „A line can go anywhere“ (2019) für Klavier und Ensemble
Elena Mendoza: „Zwei Szenen“ (2019) für Viola und Ensemble
Enno Poppe: „Holz“ (1999/00) für Klarinette und kleines Ensemble
Blai Soler: „Off the String“ (2019) für Violine und Ensemble
Hans Zender: „Issei no kyo Gesang vom einen Ton“ (2009) für Sopran, obligate Piccoloflöte und Ensemble – Fassung mit Vor- und Rückblicken
Vito Žuraj: „Runaround“ (2012) für Blechbläserquartett und Ensemble

(Aufnahme vom 13. Januar 2020 aus dem Mozart Saal)

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