Der Saxofonist Daniel Erdmann sucht im Jazz die politischen Untertöne.

Von Stefan Hentz

Wenn es eine Liste der Stars des aktuellen deutschen Jazz gäbe, dann stünde der Name Daniel Erdmann auf einem der vorderen Plätze. Der Saxofonist ist ein klassischer hidden champion, sein Gesicht findet man nicht in den Illustrierten. Unter Musikern ist er, der zwischen den Polen Tradition, Improvisation und Offenheit seine Bahn zieht, ein sehr geschätzter Kollege. Einer, der mit seinen Trios und Quartetten höchstes Niveau garantiert. Ballads & Barricades, das zweite Album seines Trios Das Kapital, das zu den aufregendsten Bands des letzten Jahrzehnts zählt, wurde mit einem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik gewürdigt.

Er ist ein viel beschäftigter Musiker, der mittlerweile weit über das angestammte Feld des Jazz, über Kaschemmen, Clubs und Konzerthallen hinaus wirkt. Als wir miteinander telefonieren, hat er gerade eine Solo-Performance in einer Ausstellung in Nevers gespielt, irgendwo in der französischen Provinz, und steht noch unter dem Eindruck der Bilder, die den Ersten Weltkrieg zum Thema hatten.

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© DIE ZEIT Nr. 49/2016, 24. November 2016

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