Africa Express wurde von Damon Albarn als Gegenentwurf zu Bob Geldofs Wohltätigkeitsbasar-Popgalas ins Leben gerufen. Nun sehen sich die Musiker dem Vorwurf des Kolonialismus ausgesetzt.

In der Jungle World stellt Jens Uthoff das einst von Damon Albarn angeschobene Projekt Africa Express vor, für das sich Musiker aus den klassischen Industrie- und den afrikanischen Nationen zusammengetan haben – ein Gegenentwurf zu paternalistischen „Live 8“-Projekten, sagt Albarn. Kolonialismusvorwürfe, die sich bei näherem Hinsehen rasch zerstäuben, gab es dennoch, erklärt Uthoff. Zumal auf dem neuen Album „Egoli“ auch ästhetisch die afrikanischen Musiker den Ton angeben – etwa Moonchild Sanelly: „In Südafrika ist Moonchild Sanelly für ihre zum Teil auf Xhosa, einer der elf Sprachen Südafrikas, gesungenen Tracks zwischen Gqom, Kwaito und HipHop bekannt. Für Aufsehen sorgt die Künstlerin, die ein eigenes Modelabel betreibt, weil sie Frauen in Südafrika ermuntert, ihre Sexualität frei auszuleben. … Clubmusik, Pop und traditionelle afrikanische Klänge fließen wie selbstverständlich ineinander und bilden eine Einheit.  Somit zeigt das Album auch, wie sehr sich westlicher Pop und sogenannte Weltmusik einander angenähert haben.“ © Text: Efeu/Perlentaucher, 22.7.2019

Kapstadt, Durban, Johannesburg: Wenn es in den vergangenen Jahren um interessante globale Popphänomene ging, richtete sich der Blick erstaunlich oft gen Südafrika. Zuletzt war es das quietschfidele House-Subgenre Gqom (gesprochen meist mit hartem uvularem Laut in der Mitte, eine echte phonetische Herausforderung), das die tanzflächen europäischer Clubs eroberte…

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© jungle world, dschungel, 18.7.2019

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