Fast 25 Jahre lang war Paul Gonsalves (1920-1974) der führende Tenorsaxofonist und wichtigste Solist im Orchester von Duke Ellington. Er trat in die Fußstapfen von Ben Webster, blieb stilistisch aber vielseitig und unberechenbar.

 

Mit Hans-Jürgen Schaal

Zur Legende wurde Paul Gonsalves mit seinem Solo über Diminuendo And Crescendo in Blue beim Newport Jazz Festival 1956. Der Saxofonist improvisierte 27 Blues-Chorusse hintereinander und schien gar nicht mehr aufhören zu wollen. Das Publikum tobte. Gonsalves wurde als der „Held von Newport gefeiert und leitete mit diesem Auftritt das Comeback der Ellington-Band ein.

Im Folgejahr 1957 nahm er – mit 37 Jahren! – sein Debütalbum unter eigenem Namen auf, dem noch etwa 20 weitere folgten. Nicht nur in der Ellington-Bandfühlte er sich zu Hause, sondern auch beim Zusammenspiel mit Bop– und Cool-Musikern wie Nat Adderley, Jim Hall, John Lewis und Sonny Stitt. Es gilt, in Paul Gonsalves einen überraschend modernen und zukunftsweisenden Saxofonisten wiederzuentdecken.

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© WDR 3, Jazz & World, 30.10.2017

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