Der Drummer der Talking Heads hat das erste Buch über die Band aus der Innensicht geschrieben. Sänger David Byrne erscheint in neuem Licht. Von Karl Fluch

Alle wichtigen Dinge beginnen mit „T“ – zumindest in der Biografie des Chris Frantz. Er selbst listet sie auf dem Cover seines Buches Remain in Love chronologisch auf. Zuoberst steht „Talking Heads“, dann „Tom Tom Club“, dann „Tina“.

Reihte er mit dem Herzen, stünde Tina Weymouth an erster Stelle, ganz klar. Sie war Gründungsmitglied und Bassistin der New Yorker Talking Heads. Chris Frantz ist ihr Ehemann, er war der Schlagzeuger und ebenfalls Gründer dieser bahnbrechenden Band – und gemeinsam machten sie parallel zu den Talking Heads mit ihrer Gruppe Tom Tom Club Karriere.

Nach vielen Büchern, die sich der Band von außen näherten, hat Frantz nun das erste aus der Innensicht geschrieben. Und das bietet einiges. Vor allem einen freundlichen Grundton, eine anrührende Begeisterung für seine Frau – und ein Korrektiv, das das bisherige Bild der Band zurechtrückt.

Denn die Talking Heads wirkten oft wie das Vehikel des David Byrne. Er war eine wesentliche Kraft, der zappelige Sänger, der Exzentriker in Straßenklamotten, der intellektuelle, experimentierfreudige, kunstsinnige New Yorker.

Chris Frantz, „Remain in Love“. € 26,99 / 366 Seiten. White Rabbit.

© Der Standart, Kultur, 7.10.2020

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