Mit seinem Schaffen spannt er einen großen Bogen von meditativer Besinnung bis zu gesteigerter Expressivität. In seiner Musik findet sich beides: spirituelle Einkehr und ekstatische Verausgabung.

Mit Bert Noglik

Charles Lloyd, geboren am 15. März 1938 in Memphis, begann bereits als Jugendlicher, mit Blues-Legenden und Jazz-Innovatoren zu jammen. Nach Erfahrungen mit kammermusikalischem Jazz und Hard-Bop, formierte er Mitte der 1960er Jahre ein eigenes Quartett mit dem damals noch ganz jungen Keith Jarrett, das die Sehnsüchte der Flower-Power-Generation musikalisch Gestalt werden ließ und nicht nur auf Jazzfestivals, sondern auch in Rocktempeln wie dem Fillmore East gefeiert wurde.

Auf einem ersten Höhepunkt seines Ruhms kehrte Lloyd dem Konzertbetrieb den Rücken und verschwand meditierend in den Wäldern. Dem Pianisten Michel Petrucciani gelang es, ihn auf die Bühnen zurück zu locken. Seither entfaltet Charles Lloyd seine Kreativität, Jahresringen gleichend, mit bewundernswerter Kontinuität, in unterschiedlichen Spielkonstellationen, mit Brückenschlägen zu anderen Kulturen und fortwährenden Hymnen auf das Leben.


© NDRInfo, Special, 16.3.2018

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