Ein Gründervater des Free Jazz – Cecil Taylor ist gestorben

Afrikanische Musik, Modern Jazz und neue E-Musik: Cecil Taylor schuf aus diesen Elementen einen eigenen musikalischen Kosmos. Am Dienstag ist Taylor 89-jährig gestorben.

Nachruf auf NZZ

 

Nachruf ‚Die Zeit‘

 

Große Trauer um Cecil Taylor – der Jazz verliert einen „DonnerundBlitzTitan„, schreibt Gregor Dotzauer im Tagesspiegel  und bleibt auch ansonsten im meteorologischen Register: „In atonalen Wirbeln und Strudeln berserkerte er quer über die Tastatur und schraffierte mit seiner totalen Chromatik jeden nachvollziehbaren harmonischen Zusammenhang zu.Taylors Clusterwolkenwaren auf eine Musik der reinen Energie aus. Sie wollte nicht vom flirrenden Ergebnis her wahrgenommen werden, sondern aus ihrer gestischen Aktionheraus.“ Ähnlich liest es sich in der FAZ, wo Wolfgang Sandner die „rabiate Intensität würdigt, mit der er seine cluster-ähnlichen Akkorde heraushämmerte, die aberwitzige Dichte klanglicher Strukturen, die schiere physische Energie. … Der Mann spielte Klavier immer mit Händen und Füßen, mit Kopf und Kragen, mit Körper und Seele.“ Zu sehen gab es „Materialschlachten, Klänge wurden hin und her bewegt, von allen Seiten betrachtet, abgeklopft undauseinandergenommen.“

Taylor stellte eine Zäsur dar, hält Stefan Hentz in der NZZ fest. Er war „der Pianist, der die Entfesselung seines Instruments immer weitergetrieben hat.“ Mit seiner Verdichtung komplexer Harmonien „verschaffte er sich selbst und seinen Musikern ein bisher unerreichtes Maß an Freiheit.“ Weitere Nachrufe schreiben Christian Broecking (taz), Ulrich Stock (ZeitOnline) und Ljubisa Tosic (Standard). Immer noch lesenswert ist außerdem Diedrich Diederichsens 2004 in der taz erschienene Würdigung Taylors zu dessen 75. Geburtstag. © Text: Perlentaucher / Efeu, 7.54.2018

 

5 Comments

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.