Der 28.2.2020 war ein Stichtag für viele Neuveröffentlichungen. Ab der 10. hatte ich aufgehört zu zählen. Verrückterweise interessierte mich das alles gar nicht. Den wenn ich Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen, Lucianno Berio und Gottfried Michael Koenig lese bin ich hellwach.

Meilensteine elektroakustischer Musik in adäquater und informierter Wiedergabe … Was will man mehr ?!?
Das ist – leider- spannender, als alles was ich hier liegen habe.

Außer – und das ist dann wieder zeitgenössische Musik – die Compilation: Outside the Lines, Vol. 3., wo junge Komponisten ihre neusten Werke präsentieren.

Zu „Les Espaces Électroacoustiques II“ (Masterpieces of electroacoustic music – presented in 5.1 surround and stereo)
Am Institute for Computer Music and Sound Technology (ICST) der Zürcher Hochschule der Künste und fanden die Aufnahmen zu der Doppel-SACD Les Espaces Électroacoustiques II statt. Von Luigi Nonos erster Studioarbeit über die Produktion serieller elektronischer Klänge, die Gottfried Michael Koenig bereits 1955 im WDR-Studio Köln realisierte, bis hin zu Karheinz Stockhausens Stück Kontakte, einem frühen Beispiel gelungener Zwiesprache zwischen Instrumenten und Elektronik sowie Luciano Berios Altra Voce, eine Art Nachhall zur »azione musicale« Cronaca del Luogo, 1999 uraufgeführt bei den Salzburger Festspielen.

Hier liegen diese Stücke in einer akustischen Qualität vor, die das Wiederentdecken zur reinen Freude macht. Im Mehrspurverfahren aufgenommen kann diese Musik jetzt in Surround gehört werden. Und wer sich mit der Musik von Luigi Nono beschäftigt hat, der weiß, dass der Raum und seine Klangeigenschaften für ihn eine wesentliche Komponente waren. Seine Experimente mit im Raum verteilten Lautsprechern sprechen dazu eine deutliche Sprache. Ebenso verhält es sich mit Berio, Keonig und Stockhausen.
Für alle, die sich für zeitgenössische Musik interessieren, sind diese Meilensteine und diese Veröffentlichung Pflicht.

Zur den Hörbeispielen und Download

Bleibt die Compilation: Outside the Lines, Vol. 3. vom Label Nonclassical aus London.
Deren erste Compilation im neuen Jahr „Fieldwave“ ich hier auch schon vorgestellt hatte.

Dan Samsa’s ‚Saturn‘ eröffnet und ist ein Stück über ein Sample, welches mit elektronischen Mitteln bearbeitet wird. Gefolgt von Blasio Kavumas ‚Mvnt (in blau), welches an die Klavier Tradition eines Claude Debussys erinnert. Lola de la Mata’s „The Embalmer“ ist ein Stück über seine phasenweise chronische Müdigkeit und deren Folgen. Yfat Soul Zisso beschäftigt sich mit den Folgen einer modernen Isolation. Eine mikrotonale Musik des Klagens. Zum Schluss das Stück ‚Rituals & Resonances‘ von Alex Ho. Das auf einer Art Hackbrett gespielt wird. Es beschäftigt sich mit dem Gefühl von Chinesen die außerhalb Chinas geboren werden und dennoch eine Art Nostalgie für einen Ort empfinden den sie noch nie besucht oder gesehen haben.

Spannende Musik von 5 Komponisten/innen die die ganze Bandbreite zeitgenössischer Musik hören lassen, warum das so wichtig ist.

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