CD TIPP: Zwitschermaschine – System for Us / 2019 WhyPlayJazz + Konzertbesuch im Leipziger Schille Theater

Die Musik von Mark Weschenfelder mit seiner „Zwitschermaschine“ braucht seine Zeit. Sie entspricht nicht den gängigen Erwartungen an einen Modernen Jazz, allein 2 Flöten sind schon ein Indiz dafür, dass es anders klingen wird.  Aber wenn man sich einmal darauf einlässt und der Musik eine Chance gibt, kann man sich auf eine sehr hörenswerte Musik freuen.

Hier kündigt sich eine neue Art von Kompositionen an, welche auf seinem musikalischen Hintergrund beruht. Marks Vergangenheit mit u.a. Blasmusik, Punk und improvisierten Jazz bleiben hörbar. Die Stücke haben eine eigene Handschrift und im Gespräch mit Mark nach dem Konzert der „Zwitschermaschine“ im Leipziger Schille Theater verglich er seinen Anspruch an seine Musik sehr einleuchtend. Wie ein Handwerker – zum Beispiel ein Tischler – seine Fähigkeiten in der Fertigung immer weiter verfeinert und dadurch seinen eigenen Stil entwickelt, der seine Werke einzigartig macht, so möchte Mark beständig seine Musik immer weiter entwickeln, seine kompositorischen Fähigkeiten immer weiter verfeinern, um irgendwann herausragende und stilistisch eindeutig erkennbare Werke schreiben und aufführen zu können.

Die Kompositionen können sich heute schon hören lassen. Trotz der relativ großen Besetzung sind sie größtenteils transparent gelungen und lassen ungewohnte Zusammenklänge aufleuchten, die stets positiv überraschen. Die Musiker hatten jedoch manchmal mit ihrem Notenmaterial zu kämpfen. Vielleicht wäre ein Weg der Verfeinerung der Kompositionstechnik übersichtlichere Taktarten auszuprobieren? Beim zuhören wirkten die Rhythmen oft nicht so kompliziert, wie es die konzentrierten Zählbewegungen der Musiker vermuten ließen. Die Komplexität der Musik muss unter übersichtlicheren Taktarten nicht zwingend leiden, der Genuss für Musiker und Publikum wäre aber deutlich größer, weil die Musik nicht ausschließlich gedacht, sondern mehr gefühlt werden könnte.

Wir dürfen also gespannt sein wohin die musikalische Reise der „Zwitschermaschine“ mit Mark geht. Im Februar sind sie wieder in Deutschlands Jazzclubs unterwegs und dafür wird es sicherlich neues Material geben. Ich werde dort sein ! © KoSe

 

released August 30, 2019

2019 WhyPlayJazz (WPJ047)

Mark Weschenfelder (alto saxophone, clarinet), Paul Berberich (flute), Vincent Bababoutilabo (flute, alto flute), Adrian Kleinlosen (trombone), Joachim Wespel (guitar), Andris Meinig (double bass), Florian Lauer (drums)

All compositions by Mark Weschenfelder, except Track 7 „Hocket“: composition by Meredith Monk, adapted and arranged by Mark Weschenfelder.
Recorded by Andreas Lammel at UDK, Berlin. Mixed by Andreas Lammel and Mark Weschenfelder at UDK, Berlin. Postproduction and Master by Max Trieder and Mark Weschenfelder at Studio 5, Berlin. Design and artwork by Markus Dorninger.

Konzerte 2020:

  • 27.02.2020 – Leipzig, DE @ naTo
  • 28.02.2020 – Pohrsdorf, DE @ Saxstall
  • 29.02.2020 – Neukirchen-Vluyn, DE @ Biobäckerei Schomaker
  • 01.03.2020 – Moers-Meerbeck, DE @ Barbara Kirche
  • 02.03.2020 – Duisburg, DE @ Lokal Harmonie
  • 03.03.2020 – Weeze, DE @ Atelier Hachmann

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