CD Tipp: Moondog: On The Streets Of New York // Wiederveröffentlichte EP plus Fundstücke

Das an Überraschungen wirkliche nicht arme Jahr 2019 bekommt eine weitere dazu. 1953 erschien eine EP vom Moondog „On The Streets Of New York“ die jetzt um Bonustracks erweitert neu erschienen ist !  Laf Überland vom DLK hat dazu einen Beitrag verfasst. Der folgende Text ist von Ihm.

Zum nachhören:

Der blinde Komponist Moondog war der Avantgardist unter den Straßenmusikern New Yorks. Seine Musik verband die Klänge indigener Kulturen mit Klassik und Ambient. Jetzt erscheinen frühe Aufnahmen in einer Neuausgabe von „On The Streets Of New York“.

New York, im Winter 1949: Nebel liegt auf dem Hudson, Schiffshörner hupen, und vor einem Hoteleingang in der 51. Straße hockt ein blinder Mann hinter einem seltsamen dreieckigen Instrument und schlägt und trommelt oben, unten, links und rechts darauf herum und improvisiert zu dem Tröten der Nebelhörner, das die Schiffe in den Tag hinausschicken. Dieses Instrument hat der Mann selbst gebaut, darauf kann er mit einer Hand vertrackt sich schlängelnde Rhythmen spielen, während die andere eine kleine dreieckige Harfe bedient – ebenfalls ein Eigenbau des Mannes….

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© Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 27.12.2019

Behold! A survey of Moondog’s earliest recorded works – many of them unreleased until now – through a collaboration by Mississippi Records and Lucia Records. From 1954 – 1962 field recordist Tony Schwartz frequently checked in with Moondog, his favorite street musician. Tony Schwartz made recordings of Moondog’s earliest compositions as they were coming into focus. Sometimes these recordings were made right on the street as Moondog busked, sometimes they were made in Schwartz’s studio, and sometimes they were made on NYC rooftops. The resulting recordings, many of which had never been released, were deposited at the Library Of Congress as part of the Tony Schwartz Collection in 2006 when Schwartz passed away, and this record was culled straight from these original tapes.

Side one kicks off with an unreleased version of Moondog’s classic composition “Why Spend The Dark Night With You?” followed by the first ever complete recording of his “Nocturne Suite,” a beautiful piece of classical music performed with members of the Royal Philharmonic. The side ends with the complete “On The Streets Of New York” 7” EP, which was released on Mars records in 1955 and subsequently re-released by Honest Jon’s Records in 2004 on their excellent Moondog anthology. Side B features sketches of Moondog compositions never released, many with the man himself howling and chanting over his homemade percussion set.

Moondog’s music is as universal as it gets – part classical music, part Native American, part European folk, and part something completely unique. Moondog is one of the towering figures of 20th century music. This record comes with liner notes featuring never before released interviews with Moodog by Tony Schwartz and is housed in an old school “tip on” cover. All tracks fully licensed from the Library of Congress.

credits

released December 15, 2019

 

7 Comments

  1. für den hat 1978 michael rüsenberg in der rock session 3 ab seite 144 mein interesse geweckt und dann, als ich ihn zum ersten mal zu hören bekam, eine anhaltende liebe begründet. moondog teilt übrigens mit kevin coyne eine interessante gemeinsamkeit: beide wurden von deutschen „aufgelesen“ und blieben bis zu ihrem tod dort zuhause.

  2. 1979 wars, werter hinterwald… hab gerade das Buch rausgekramt. Eine wahre Fundgrube, die alten rororo Rock Sessions! Hab 8 Bände davon… mehr gabs glaub ich nicht.

    Zu seinem Verbleiben in Deutschland meinte Hardin: „Ich wollte ursprünglich gleich nach dem Konzert zurück. Als ich aber hier war, da war ich so beeindruckt von den Menschen, von ihrer Freundschaftlichkeit, ihrer Wärme, der ganzen Atmosphäre, daß ich mich entschieden habe, nicht mehr in die USA zurückzugehen.“ (hab ich von Wikipedia) – das habe ich selten von Deutschen selbst gehört, und in mir sträubt sich vieles, wenn ich es lese, aber Hardin hat es so erlebt!

    Lucky
  3. > 1979 wars, werter hinterwald… hab gerade das Buch rausgekramt.

    wo du recht hast … und natürlich besitze ich auch alle bände der reihe, wie eigentlich fast alles, was rororo damals in dem bereich herausgab. da sich das gros meiner bücher in geiselhaft bei meiner (irgendwie immer noch aber vor 5 jhren von mir schändlichst alleine gelassenen) frau befindet, musste ich zumindest die rocksessions neu kaufen, um sie für archive.org einzuscannen. band 1-3 sind dort online. als beleg dafür, daß es wirklich mal rockkritik gab und nicht nur marketing.

    > das habe ich selten von Deutschen selbst gehört

    die hielt ich ja immer für herzlose arschlöcher, bis sie plötzlich an bahnhöfen fremde empfingen. was ja vielleicht daran liegt, daß wir jetzt „die“ deutschen sind und nicht mehr unsere großeltern (#omagate)

  4. hinterwald, dann kennst Du sicher „Der grosse Hirnriss“ von Peter Glase und Niklas Stiller, kam ’83 bei Rowohlt als rororo heraus, und ist eines der irrsten Bücher, die ich je gelesen habe. Mehr Punk als vieles was als Platte damals rauskam. Höre gern die alten Atatak und früheren Art Attack-Platten dazu. Schwelg.

    Lucky
    1. nein, kannte ich jetzt nicht, aber hey peter glas? dr. rupp??? wie konnte ich das verpassen?

      ich hab’s mir mal gerade gebraucht für 1.99 bestellt 😉

      das da lag eben im briefkasten. ich bin schon gespannt.

      > atatak

      „der plan“ gehört ja zu meinen alltimefav’s (DDR entsprechung imho „AG geige“), fehlfarben habe ich gleich zwei mal hintereinander gesehen (aufnahme des zweiten konzerts hier, auch wenn es leider die zweite besetzung ohne peter hein war. deren „anarchie & alltag“ war zu zeiten die erste platte, von der ich dachte, daß endlich mal internationale standards erreicht wurden. ja, großartiges label, keine frage

      dir auch einen guten rutsch und das beste für 2020!

      1. Von dieser Moondog-Hommage war ich sehr enttäuscht:
        https://www.discogs.com/de/Katia-Lab%C3%A8que-David-Chalmin-Massimo-Pupillo-Rapha%C3%ABl-S%C3%A9guinier-Moondog/release/12568432

        Nichts geht über die Originale, meiner Meinung nach. Geht mir mit Morricone, Rota oder Mancini auch immer so.

        Der Plan ist meine Lieblingsband aus der Zeit, innovativ, sich nicht völlig ernst nehmend, sehr positiv und wenig depri, und meistens ziemlich durchgeknallt! 🙂

        Fehlfarben waren mir immer eine Spur zu schwer und wichtig, auch wenn „Monarchie und Alltag“ (lustiger Freud’scher Fehler Deinerseits!!) gut ins Ohr ging. Aber Hans-A-Plast waren mir da ehrlich gesagt lieber – Hannover-Punk ne Ecke früher…

        Jetzt aber hoch die Tassen, gleich gehts in die wilden Zwanziger…

        L:)

        Lucky
        1. > Aber Hans-A-Plast waren mir da ehrlich gesagt lieber – Hannover-Punk ne Ecke früher…

          aber ja doch. ich war 80/81 zu besuch bei einem freund in berlin, der vom hippie zum punk konvertiert war, und half dort mit, nachmittags eine kneipe schalldicht zu mchen. am abend spielte dann hans-a-plast und eine holländische kraakerband. neben der amok/koma von abwärts eine meiner mit der zeit gewachsenen alltime-favourites

          auf punk und vor allem reggae waren wir bei einem urlaub 1976/76 in der provence gestoßen, wo die jungs neben max romeo & the upsetters dr feelgood, eddie & the hot rods und clash abfeierten – ein schock für den freundeskreis zuhause, der da noch eher progrock- oder eben dead-lastig war.

          > Nichts geht über die Originale, meiner Meinung nach

          ah, im grunde mag ich tributes durchaus, blogs wie keith michard oder na bula bula, und habe gerade noch das linieZwei zappa konzert zu neujahr gepostet.

          es gab und gibt halt sachen, an die sich lange niemand rangetraut hatten (bowie und dead tributes waren früher rar) und andere sachen sind kompositorisch nicht wirklich dazu gedacht, „gecovert“ zu werden. aber ich verstehe das eher als respekts- oder liebeserklärung und so ein sampler wie, sagen wir mal, „1993 The Money Or The Gun-Stairways To Heaven“ sind schon witzig. „stairway to heaven“ in einer „love is in the air“-alike version ist schon fun pur

          ansonsten: ich hoffe mal, ihr seid alle gut gerutscht. hoffen wir auf ein gutes jahr!

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